
Wien: Verkehr ist größte Lärmquelle
In Wien dröhnt der Verkehr – und er macht krank. Rund 1,3 Millionen Menschen sind in der Stadt laut Statistik Austria von Lärm in ihrem Wohnumfeld betroffen, und für mehr als ein Drittel davon ist der Straßenverkehr die Hauptursache. Dauerhafte Geräuschkulisse verursacht nicht nur Stress und Schlafprobleme, sondern kann bis zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen.
Laut der Mobilitätsorganisation VCÖ ist der motorisierte Verkehr die größte Lärmquelle in der Stadt. 382.000 Wienerinnen und Wiener nannten den Straßenverkehr als Hauptproblem, während Baustellenlärm mit 25 Prozent an zweiter Stelle folgt. Besonders laut sind Mopeds und Motorräder, die trotz ihres geringen Anteils von nur rund einem Prozent an der gesamten Mobilität für fast ein Fünftel aller Lärmbeschwerden verantwortlich sind.
Die Folgen sind nicht nur gesundheitlich dramatisch, sondern auch teuer: In ganz Österreich summieren sich die Kosten des Straßenverkehrslärms laut EU-Studien auf etwa 800 Millionen Euro pro Jahr.
Experten empfehlen konkrete Maßnahmen, die sofort spürbar wären. Niedrigere Tempolimits können die Situation deutlich entspannen – Tempo 30 statt 50 fühlt sich für das menschliche Ohr wie eine Halbierung des Verkehrs an. Noch größere Effekte verspricht die rasche Elektrifizierung von motorisierten Zweirädern sowie eine stärkere Verlagerung auf Fahrräder und E-Bikes. Auch die Reduktion von Fluglärm würde die Lebensqualität verbessern, etwa durch ein Nachtflugverbot oder den verstärkten Einsatz leiserer Flugzeuge.
Gerade zum Tag gegen Lärm mahnt der VCÖ: Wer in der Stadt lebt, hört die Belastung täglich, und sie geht auf Dauer buchstäblich aufs Herz. Jede Maßnahme, die den Verkehr leiser macht, bedeutet für zehntausende Wienerinnen und Wiener spürbare Entlastung und mehr Gesundheit.

