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Unverhältnismäßig: Kritik an steigenden Treibstoffpreisen
Die Preise an Österreichs Tankstellen sind zuletzt rasant gestiegen und sorgen für heftige Kritik. Zwischen Sonntag und Mittwoch kletterte der Dieselpreis laut E-Control um sechs Prozent, Superbenzin verteuerte sich sogar um mehr als 13 Prozent.
Ursache ist die Eskalation im Nahen Osten: Ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion läuft über die vom Iran kontrollierte Straße von Hormus, die aktuell von vielen Reedereien gemieden wird. Der Preis für die Rohölsorte Brent sprang seither um rund 16 Prozent.
Die Arbeiterkammer, der ÖGB und der ÖAMTC sprechen von „unverhältnismäßigen“ und „nicht nachvollziehbaren“ Steigerungen. Während Preisaufschläge sofort weitergegeben würden, kämen Senkungen meist verspätet und abgeschwächt bei den Konsumenten an. Laut AK-Experte Daniel Witzani-Haim könnten bestehende Lagerbestände noch günstigeres Tanken ermöglichen. Der Dieselpreis stieg innerhalb einer Woche um 17 Cent pro Liter, bei Super um zwölf Cent.
Das Wirtschaftsministerium prüft nun die Entwicklung genauer und will die laufende IHS-Sonderuntersuchung zu Treibstoffpreisen auf die aktuelle Lage ausweiten. Bis Ende März soll ein Bericht vorliegen, der die Weitergabe von Preisänderungen beleuchtet. In der Politik werden Rufe nach staatlichem Eingreifen lauter: Die FPÖ fordert Steuersenkungen und die Abschaffung der CO2-Abgabe, während die Grünen auf einen Energiekrisenmechanismus setzen, der gezielte Eingriffe ermöglichen soll. Die Branche selbst verweist auf gestiegene Einkaufspreise, besonders an der Rotterdamer Börse, und weist die Vorwürfe zurück.
