top of page

Trotz Waffenruhe: Zeichen stehen auf Eskalation

​Tasnim News _ Meghdad Madai

Die Lage im Nahen Osten bleibt brandgefährlich: Trotz einer vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran stehen die Zeichen weiter auf Eskalation. Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Öl- und Gasrouten der Welt, bleibt unter iranischer Kontrolle – und US-Präsident Donald Trump warnt Teheran scharf vor neuen Provokationen.


Nach dem Beginn der gemeinsamen Angriffe von Israel und den USA auf den Iran am 28. Februar haben beide Seiten einer zweiwöchigen Feuerpause zugestimmt, um direkte Friedensgespräche nächste Woche in Pakistan vorzubereiten. Doch die Waffenruhe ist brüchig: Der Iran blockiert die Straße von Hormus weiterhin für den internationalen Schiffsverkehr und lässt aktuell höchstens 15 Schiffe pro Tag passieren – vor Beginn der Kämpfe waren es im Schnitt 140. Trump drohte auf seiner Plattform Truth Social, dass der Iran besser „jetzt sofort aufhören“ solle, Gebühren für die Durchfahrt zu verlangen, andernfalls werde es Konsequenzen geben.


Gleichzeitig tobt der Konflikt im Libanon unvermindert weiter. Israel fliegt schwere Angriffe gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz, die ihrerseits wiederholt Raketen auf den Norden Israels abfeuert. Allein in den vergangenen Tagen kamen im Libanon mindestens 182 Menschen ums Leben, ganze Wohnviertel und zivile Einrichtungen wurden zerstört. Der Rote Halbmond berichtet von über 125.000 beschädigten oder zerstörten Gebäuden im Iran, darunter Wohnhäuser, Geschäfte, Schulen, Universitäten und Krankenhäuser.


Die humanitäre Lage verschärft sich dramatisch: Das Deutsche Rote Kreuz warnt vor einer Katastrophe im Libanon, da Krankenhäuser überfüllt und Medikamente knapp sind. Auch die Ölversorgung der Welt ist bedroht – nach iranischen Angriffen sank die saudi-arabische Produktion um 600.000 Barrel pro Tag, und die Sperrung der Meerenge ließ die Weltmarktpreise explodieren.


Unter massivem Sicherheitsaufgebot sollen am Freitag in Islamabad die ersten Gespräche auf Expertenebene beginnen, bevor hochrangige Vertreter, darunter US-Vizepräsident JD Vance, am Samstag verhandeln. Doch solange im Libanon Raketen einschlagen und der Iran die Schifffahrtsroute blockiert, bleibt die Hoffnung auf Frieden äußerst fragil – und die ganze Welt schaut angespannt auf die Straße von Hormus.

Mehr News?
Hörst du immer zur vollen Stunde auf AustroFM!

bottom of page