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Russische Drohne schlägt in Estnisches Kraftwerk ein
Ein russischer Drohnenangriff hat Estland erschüttert: Nach Angaben des estnischen Inlandsgeheimdienstes ISS traf ein unbemanntes Fluggerät den Schornstein des Kraftwerks Auvere, während eine zweite Drohne im benachbarten Lettland abstürzte. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden – doch die Vorfälle rücken die Verwundbarkeit der Nato-Ostflanke erneut in den Fokus.
Die estnischen Behörden meldeten am Mittwochmorgen, die Drohne sei direkt aus dem russischen Luftraum in den estnischen eingedrungen und habe das Kraftwerk nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt getroffen. Parallel dazu bestätigten die Streitkräfte Lettlands, dass ein weiteres unbemanntes Fluggerät über ihrem Territorium niederging, ebenfalls aus russischem Luftraum kommend. Beide Vorkommnisse ereigneten sich vor dem Hintergrund des seit über vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, in dessen Verlauf immer wieder Drohnen und Militärflugzeuge in Nato-Lufträume eindrangen.
Solche Zwischenfälle häufen sich seit Monaten: Bereits mehrfach wurden unbemannte Fluggeräte über Flughäfen und Militäreinrichtungen in Polen, den baltischen Staaten, Rumänien und sogar Deutschland geortet. Offizielle Stellen in Tallinn und Riga reagierten bisher ohne Alarmierung eines Nato-Bündnisfalls, sehen die Provokationen aber als ernste Belastungsprobe für die Sicherheit in der Region.
Die Attacke auf Auvere zeigt, dass selbst kritische Energieinfrastruktur in unmittelbarer Nähe der russischen Grenze nicht mehr vor direkten Treffern sicher ist. Während es diesmal bei Sachschäden blieb, unterstreicht der Schlag die zunehmende Gefahr, dass ein weiterer Vorfall zu einer Eskalation zwischen Russland und der Nato führen könnte.
