
Jetzt Live, mit Alex Auer

Paris vor Stichwahl: Kommunalwahlen in Frankreich
Frankreich wählt erneut – und diesmal könnte es richtig spannend werden: In Paris steht ein Kopf-an-Kopf-Rennen um das Bürgermeisteramt bevor, während in vielen anderen Städten taktische Manöver und politische Machtspiele die zweite Runde der Kommunalwahlen prägen. Seit 8 Uhr sind die Wahllokale geöffnet, und 1580 Kommunen warten auf die Entscheidung.
In der französischen Hauptstadt liefern sich die konservative Ex-Kulturministerin Rachida Dati und der Sozialist Emmanuel Grégoire ein packendes Duell um das Stadtoberhaupt. Grégoire, jahrelang enger Stellvertreter von Bürgermeisterin Anne Hidalgo, die Paris radikal zur Fahrradstadt gemacht hat, liegt in den Umfragen nur wenige Punkte vor seiner Rivalin. Die Wähler in Paris entscheiden heute, ob sie den Kurs der vergangenen Jahre fortsetzen oder ein konservatives Blatt aufschlagen wollen.
Doch nicht nur Paris steht im Rampenlicht: Auch in anderen Metropolen wie Marseille wird mit Hochspannung gewählt. Hier hat der taktische Rückzug eines linkspopulistischen Kandidaten die Chancen des sozialistischen Amtsinhabers Benoît Payan deutlich verbessert – sehr zum Ärger des rechtspopulistischen Rassemblement National, dessen Hoffnungsträger Franck Allisio nun ins Straucheln geraten könnte. Die Partei hofft dennoch, in mehreren Großstädten Fuß zu fassen und ihre nationale Präsenz auszubauen.
Insgesamt werden in der zweiten Runde vor allem Bürgermeisterposten in den großen Kommunen vergeben, während die meisten der rund 35.000 Städte und Gemeinden bereits nach der ersten Runde ihre Gewinner kannten. Politische Beobachter sehen die Abstimmung dennoch als wichtigen Stimmungstest für die Präsidentschaftswahl 2027, auch wenn viele Kandidaten offiziell als parteilos auftreten. Frankreichs Kommunen sind heute mehr als nur lokale Schauplätze: Hier zeigt sich, wohin die politische Reise des Landes gehen könnte.
