
Jetzt Live, mit Alex Auer

Nach Niederlage: Orbán will Partei "vollständig erneuern"
Ein politisches Erdbeben erschüttert Ungarn: Nach 16 Jahren an der Macht muss Viktor Orbán seine Niederlage eingestehen – und kündigt eine „vollständige Erneuerung“ seiner Fidesz-Partei an. Während die konservative Tisza-Partei von Oppositionsführer Peter Magyar nun mit Zweidrittelmehrheit das Parlament dominiert, ringt der bisherige Regierungschef um Fassung.
In seinem ersten Interview nach der Wahlniederlage am vergangenen Sonntag, das am Donnerstag live auf dem YouTube-Kanal „Patriota“ übertragen wurde, zeigte sich Orbán ungewöhnlich offen. „Wir können nicht so weitermachen. Eine vollständige Erneuerung ist notwendig“, erklärte er und betonte, er übernehme die „volle Verantwortung“. Das gelte nicht nur für Fidesz, sondern auch für die gesamte rechte Parteienlandschaft in Ungarn. Der langjährige Ministerpräsident sprach davon, dass er nun erst einmal versuche, „diesen Schock zu überwinden“.
Der politische Machtwechsel ist historisch: Peter Magyars Tisza-Partei errang am Sonntag eine Zweidrittelmehrheit, was ihr die Tür für weitreichende Reformen öffnet. Magyar selbst kündigte bereits einen „vollständigen Regimewechsel“ an. Das neu gewählte Parlament soll Anfang Mai erstmals zusammentreten – dann könnten die umfassenden Umgestaltungen beginnen.
Orbáns Eingeständnis und der angekündigte Reformkurs seiner Partei lassen auf ein tiefgreifendes politisches Beben schließen. Ob der Fidesz-Chef tatsächlich bereit ist, Macht abzugeben oder nur auf Zeit spielt, bleibt allerdings offen. Sicher ist nur: Ungarns politische Landschaft steht vor einem radikalen Umbruch, und die Ära Orbán ist – zumindest vorerst – vorbei.
