
Klares Ergebnis: Peter Magyar holt Wahlsieg in Ungarn
Ein politisches Erdbeben erschüttert Ungarn: Oppositionsführer Peter Magyar hat die Parlamentswahl mit seiner Tisza-Partei überraschend klar gewonnen und Viktor Orban entmachtet. In Budapest feierten jubelnde Anhänger am Donauufer bis in die Nacht, während die Fidesz-Anhänger fassungslos zurückblieben.
Bereits am Wahlabend deuteten die Zwischenstände auf einen historischen Machtwechsel hin, doch dass Tisza tatsächlich die entscheidende Zweidrittelmehrheit im Parlament erreicht, konnten selbst die größten Unterstützer zunächst kaum glauben. Kurz nach 21 Uhr war es offiziell: 138 der 199 Sitze gehen an Tisza, Orbans Fidesz kommt auf nur 55, und die rechtsextreme Partei „Unsere Heimat“ auf sechs Mandate. Die Zweidrittelmehrheit erlaubt es Magyar, die politische Blockade durch Fidesz-loyale Strukturen zu durchbrechen und sogar Verfassungsänderungen vorzunehmen.
Während auf der Tisza-Party am Donauufer Frank Sinatras „My Way“ aus den Lautsprechern dröhnte und tausende Menschen den Triumph feierten, herrschte im Orban-Lager lähmende Stille. Wenige Anhänger kamen, Politiker blieben weitgehend unsichtbar, und die Stimmung war gedrückt. Orban erkannte noch am Abend seine Niederlage an und gratulierte dem Sieger offiziell, versprach aber, auch aus der Opposition heraus dem Land zu dienen.
In seiner Siegesrede kündigte Magyar entschlossen an, die Korruption der bisherigen Regierung nicht länger zu dulden und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Seine Anhänger sehen in ihm einen unermüdlichen Kämpfer, der in den letzten zwei Jahren sechs Orte pro Tag bereiste, um die Wähler zu überzeugen. Nun könnte seine Zweidrittelmehrheit die politische Landschaft Ungarns grundlegend verändern – und die Ära Orban endgültig beenden.

