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EU und Australien schließen Handelsabkommen ab

AAP / Lukas Coch

Die EU und Australien haben nach jahrelangen Verhandlungen ein historisches Handelsabkommen unterzeichnet, das fast alle Zölle zwischen beiden Wirtschaftsräumen abschafft. Für Europas Unternehmen bedeutet das Milliardeneinsparungen, für Australien neue Absatzmärkte und für beide Seiten eine engere Partnerschaft in unsicheren Zeiten. Besonders spannend: Die EU sichert sich damit direkten Zugang zu begehrten Rohstoffen wie Lithium, Mangan und Aluminium.


Mit dem Abkommen fallen über 99 Prozent der Zölle auf EU-Exporte in Richtung Australien weg – allein das spart den europäischen Firmen jährlich rund eine Milliarde Euro. Die EU erwartet, dass ihre Ausfuhren nach Australien in den kommenden zehn Jahren um rund ein Drittel zulegen werden, bei Milchprodukten und Autos sogar um etwa 50 Prozent. Australien wiederum kann seine landwirtschaftlichen Erzeugnisse stärker diversifizieren und neue Märkte erschließen.


Ein zentrales Ziel der Vereinbarung ist die Rohstoffsicherheit: Australien ist einer der wichtigsten Lieferanten von Lithium und weiteren kritischen Mineralien, die für E‑Autos, Windturbinen und andere saubere Technologien entscheidend sind. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass Europa nicht von einem einzigen Lieferanten abhängig sein dürfe – ein klarer Fingerzeig Richtung China.


Neben dem Handel umfasst das Abkommen auch eine engere Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich. Beide Seiten wollen bei maritimer Sicherheit, Cyberabwehr, der Bekämpfung hybrider Bedrohungen und beim Schutz vor ausländischer Informationsmanipulation enger zusammenarbeiten. Auch bei neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz soll künftig kooperiert werden.


Bevor die Maßnahmen greifen, muss der Vertrag noch juristisch geprüft, in alle 24 EU-Amtssprachen übersetzt und anschließend vom Europäischen Parlament sowie dem australischen Parlament ratifiziert werden. Doch schon jetzt senden beide Partner ein Signal: Freundschaft und Verlässlichkeit sind in turbulenten Zeiten ein starkes Handelsargument.

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