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EU: App zur Altersverifizierung kommt bald
Die EU startet eine digitale Offensive zum Schutz von Kindern im Netz: Eine neue, europaweite App zur Altersverifizierung soll bald verhindern, dass Minderjährige auf gefährliche Inhalte stoßen. Ob Social Media oder Pornoseiten – die App entscheidet künftig, wer alt genug ist und wer draußen bleibt.
Laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist die App technisch fertig und schon bald in allen 27 Mitgliedsländern verfügbar. Sie soll wie ein digitaler Ausweis funktionieren: Nutzer geben einmalig ihre Daten, etwa aus Personalausweis, Reisepass oder Bankverbindung, ein. Die App speichert lediglich das Geburtsdatum und gibt bei Aufruf von altersbeschränkten Inhalten nur ein Ja oder Nein weiter – völlig anonym, ohne jegliche Rückverfolgung. Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube müssen dann erkennen: Zugang erlaubt oder gesperrt.
Hintergrund ist die wachsende Sorge um Kinder im Internet. Laut der EU-Kommission verbringen Minderjährige so viel Zeit online wie nie zuvor und sind damit personalisierten Algorithmen, endlosem Scrollen und potenziell schädlichen Inhalten ausgesetzt. Pornoseiten dürfen in der EU erst ab 18 besucht werden, soziale Netzwerke wie TikTok und Instagram ab 13, YouTube ab 16 – doch bislang reicht es, ein Geburtsdatum einzutippen. Eine echte Kontrolle existiert nicht.
Die Kommission orientiert sich beim Aufbau an der erfolgreichen Umsetzung des digitalen Covid-Zertifikats, das innerhalb weniger Monate europaweit eingeführt wurde. Auch der Quellcode der Alters-App soll offen zugänglich sein, um Vertrauen zu schaffen. Für Online-Plattformen gebe es nun „keine Ausrede mehr“, so von der Leyen. Wann genau die App zum Download bereitsteht, bleibt offen, doch die Botschaft aus Brüssel ist klar: Der digitale Kinderschutz tritt in eine neue Phase, und wer künftig zu jung ist, bleibt draußen.
