
Ausgaben für Atomwaffen auf Rekordhoch
Die Welt investiert so viel Geld in Atomwaffen wie noch nie – und das birgt eine erschreckende Gefahr. Neun Staaten gaben im Vorjahr fast 119 Milliarden Dollar für ihre nuklearen Arsenale aus, ein rasanter Anstieg von 19 Prozent. Experten warnen: Wir stehen am Beginn eines neuen atomaren Wettrüstens, das durch künstliche Intelligenz noch riskanter werden könnte.
Laut der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) haben die USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich, Indien, Israel, Pakistan und Nordkorea gemeinsam rund 103 Milliarden Euro in ihre Atomprogramme gesteckt. Besonders alarmierend sei, dass immer mehr Sprengköpfe nicht mehr in Lagerhallen liegen, sondern auf Trägersysteme verlagert wurden – also näher an einem möglichen Einsatz sind. Susi Snyder, Mitautorin des ICAN-Berichts, spricht von einer beunruhigenden Entwicklung: Die Kombination aus steigenden Ausgaben, einsatzbereiten Sprengköpfen und der wachsenden Rolle künstlicher Intelligenz sei brandgefährlich. „Um ganz ehrlich zu sein: Ich habe schreckliche Angst“, sagt sie.
Bereits das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI hatte gestern auf die zunehmende Bedeutung von Atomwaffen in der internationalen Sicherheitspolitik hingewiesen. Der neue ICAN-Bericht bestätigt nun diese düstere Tendenz und zeigt, dass die Weltgemeinschaft vor einem atomaren Drahtseilakt steht. Während die politische Lage angespannt bleibt, wächst die Sorge, dass technologische Entwicklungen Entscheidungen über Leben und Tod beschleunigen könnten.

